WissenKIDennis Raisich

KI in der Due Diligence: was sie heute prüft

KI übernimmt in der Due Diligence vor allem die Lesearbeit. Sie ordnet die Unterlagen, liest Verträge und Abschlüsse, gleicht sie miteinander ab und schreibt einen ersten Entwurf des Berichts. Die Beurteilung und die Freigabe bleiben bei den Beratern.

Kurz gesagt

  • KI erkennt und ordnet Dokumente, zieht Angaben aus Verträgen, rechnet Kennzahlen nach und findet Widersprüche zwischen Dokumenten.
  • Brauchbar ist eine KI-Aussage nur mit Beleg: Jede Aussage muss zu ihrer Fundstelle in den Unterlagen führen.
  • Bei der Wahl einer Plattform zählen Belege, Datenort, kein Training mit Ihren Unterlagen sowie Rollen und Protokoll.
  • Die Verantwortung für den Bericht bleibt beim Menschen.

Was übernimmt KI in der Due Diligence?

Unterlagen ordnen

Datenräume kommen selten sortiert: PDF, Scans, Excel, Word und Mails, oft als ganze Ordner oder ZIP-Datei. KI erkennt, was ein Dokument ist, etwa ein Mietvertrag, eine Jahresrechnung oder ein Arbeitsvertrag, und legt es im passenden Bereich ab. Scans werden mit Texterkennung lesbar.

Fehlende Unterlagen finden

Aus Land, Rechtsform und Branche lässt sich ableiten, welche Unterlagen eine Prüfung braucht. Gleicht die KI diese Liste mit dem Datenraum ab, ist sofort sichtbar, was fehlt und beim Verkäufer nachgefordert werden muss.

Verträge lesen

Aus jedem Vertrag zieht die KI die wichtigsten Angaben in eine Tabelle: Parteien, Laufzeit, Kündigung, Wechsel des Eigentümers (Change of Control), Exklusivität, Haftung. Dieses Vorgehen heisst Tabular Review. Statt hundert Verträge einzeln zu öffnen, stellen Sie eine Frage an alle, zum Beispiel: «Welche Verträge darf die Gegenpartei kündigen, wenn das Unternehmen den Eigentümer wechselt?»

Zahlen nachrechnen

Umsatz, EBITDA und Nettofinanzschulden liest die KI direkt aus den Abschlüssen, über mehrere Jahre und für jede Gesellschaft einer Gruppe, und rechnet sie nach. Auffällige Positionen werden zum Befund. Mehr dazu in der Financial Due Diligence.

Dokumente gegeneinander lesen

Hier liegt der grösste Gewinn. Ein Mensch liest einen Vertrag und eine Planung meist an verschiedenen Tagen, oft sind es verschiedene Personen. Die KI legt sie nebeneinander. Ein fiktives Beispiel: 42 % des Umsatzes hängen an einem Kunden, dessen Rahmenvertrag bei einem Eigentümerwechsel gekündigt werden darf, und der Businessplan führt diesen Umsatz trotzdem voll weiter. Solche Widersprüche zwischen Verträgen, Abschlüssen und Planung sind die Befunde, die einen Kaufpreis verändern.

Den Bericht entwerfen

Am Ende schreibt die KI einen Entwurf des Due-Diligence-Berichts: Management-Zusammenfassung, Befunde nach Bereich, Empfehlungen. Die Berater prüfen, ändern und geben frei.

Wo stösst KI an Grenzen?

Sprachmodelle können Aussagen erfinden, die plausibel klingen. In einer Due Diligence ist das nicht hinnehmbar, denn auf dem Bericht stehen Kaufpreis und Garantien. Darum gilt eine einfache Regel: Eine Aussage ohne Fundstelle in den Unterlagen gehört nicht in den Bericht.

Die KI kennt ausserdem nur, was im Datenraum liegt. Gespräche mit dem Management, Besichtigungen und das Wissen über Markt und Branche bleiben Teil der Prüfung. Ob ein Risiko den Deal kippt oder im Kaufvertrag abgefedert werden kann, entscheiden die Beteiligten. Unscharfe Scans und Handschrift liest auch eine Maschine schlechter, und eine Lücke im Datenraum bleibt eine Lücke.

Worauf achten Sie bei einer KI-Plattform?

  • Belege. Führt jede Aussage zur Fundstelle im Dokument, und können Sie sie dort nachlesen?
  • Datenort. Wo liegen Datenbank und Dateien, und wo läuft die KI? Für Anwälte und Treuhänder gilt zusätzlich das Berufsgeheimnis.
  • Training. Ist vertraglich ausgeschlossen, dass Ihre Unterlagen KI-Modelle trainieren?
  • Rechte und Protokoll. Sieht jede Rolle nur, was sie sehen darf, und wird jeder Zugriff protokolliert?
  • Abdeckung. Prüft die Plattform Legal, Tax und Financial, oder nur Verträge?
  • Zusammenarbeit. Arbeiten Verkäufer, Bieter und Fachpersonen im selben Datenraum?
  • Ergebnis. Bekommen Sie einen Bericht, den Sie prüfen, ändern und teilen können?

Wie macht majiq die Due Diligence mit KI?

majiq ist eine Due-Diligence-Plattform mit KI aus der Schweiz. majiq liest jede Unterlage im Datenraum, prüft sie im Zusammenhang und schreibt den Due-Diligence-Bericht. Jeder Befund trägt einen Beleg aus Ihren Unterlagen und wird von zwei KI-Prüfern gegengeprüft. Änderungsvorschläge der KI nehmen Sie an oder lehnen sie ab.

Datenbank und Dateien liegen in der Schweiz, das Hosting steht in Zürich. Texterkennung und KI-Analyse laufen in der EU, und Ihre Unterlagen trainieren keine KI-Modelle, das ist vertraglich geregelt. Ein Ergebnis liegt in Stunden statt Wochen vor; wie lange es im Einzelfall dauert, hängt vom Umfang des Datenraums ab. Wie ein Bericht aussieht, zeigt der Muster-Report, alle Funktionen stehen unter Features.

Häufige Fragen

Ersetzt KI den Anwalt oder Treuhänder?

Nein. KI nimmt die Lesearbeit ab und schreibt einen Entwurf. Die Beurteilung, die Verhandlung und die Verantwortung für den Bericht bleiben bei den Beratern.

Darf ich Unterlagen eines Mandanten in eine KI laden?

Das hängt vom Mandatsvertrag, vom Berufsrecht und vom Datenschutz ab. Prüfen Sie, wo der Anbieter die Daten speichert und verarbeitet, ob er sie zum Training nutzt und ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht.

Wie zuverlässig ist KI in der Due Diligence?

So zuverlässig wie ihre Belege. Prüfbar wird eine KI-Aussage erst, wenn sie zur Fundstelle führt und Sie den Satz im Original nachlesen können.

Was ist ein Tabular Review?

Ein Tabular Review überführt viele Dokumente einer Art in eine Tabelle: eine Zeile je Dokument, eine Spalte je Angabe, etwa Laufzeit oder Kündigungsfrist. So lassen sich hundert Verträge vergleichen, ohne jeden einzeln zu lesen.

Weiterlesen

Stand: 5. November 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Lesen Sie auch: Due Diligence Software und Due Diligence mit KI Schweiz.