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KI im M&A

KI hilft im M&A heute überall dort, wo viele Unterlagen gelesen, geordnet und verglichen werden: bei der Suche nach Zielunternehmen, im Datenraum und in der Due Diligence, bei der Prüfung von Verträgen und Abschlüssen und beim Entwurf von Dokumenten bis zum Kaufvertrag. Die Einschätzung, die Verhandlung und die Entscheidung bleiben bei den Menschen im Deal.

Kurz gesagt

  • KI nimmt im Deal vor allem Lese- und Schreibarbeit ab: Unternehmen sichten, Unterlagen ordnen, Verträge und Abschlüsse auswerten, Entwürfe schreiben.
  • Die meiste Lesearbeit fällt in der Due Diligence an, darum lohnt sich KI dort besonders.
  • Jede Aussage der KI braucht eine Fundstelle in den Unterlagen. Ohne Beleg ist sie für Bericht und Vertrag nicht brauchbar.
  • Vor dem Einsatz klären Sie, wo die Daten liegen, ob die Vertraulichkeitsvereinbarung die Weitergabe an einen Anbieter erlaubt und ob Ihre Unterlagen KI-Modelle trainieren.

Wo hilft KI im Deal heute?

Ein Deal besteht zu einem grossen Teil aus Text: Profile von Unternehmen, Verträge, Abschlüsse, Fragen, Antworten und Entwürfe. Sprachmodelle lesen solche Texte schnell, ziehen Angaben heraus und schreiben erste Fassungen. In den Phasen, die der Beitrag Ablauf eines Unternehmensverkaufs beschreibt, sieht das so aus.

Suche und erste Sichtung

Bei der Suche nach Zielunternehmen oder Käufern und ihrer ersten Sichtung (Sourcing und Screening) durchsucht KI Register, Websites und Branchenquellen nach Firmen, die zu einem Suchprofil passen, und fasst sie zusammen. So wird aus einer langen Liste schneller eine kurze. Die Grenze liegt bei den Daten: Von privaten Unternehmen sind oft nur wenige Zahlen öffentlich, und was im Netz steht, kann veraltet sein. Ob ein Unternehmen wirklich passt, zeigt erst das Gespräch.

Datenraum und Due Diligence

Hier fällt die meiste Lesearbeit eines Deals an, denn jede Unterlage im Datenraum muss gelesen und mit den anderen abgeglichen werden. KI erkennt, was ein Dokument ist, legt es im passenden Bereich ab und macht Scans mit Texterkennung lesbar. Gleicht sie den Bestand mit der Anforderungsliste ab, zeigt sie, was noch fehlt. In der Due Diligence liest sie jedes Dokument und legt Verträge, Abschlüsse und Planung nebeneinander. Was das im Einzelnen heisst, steht in unserem Beitrag KI in der Due Diligence, wie ein Datenraum aufgebaut ist, im Beitrag zum Datenraum.

Verträge prüfen

Aus jedem Vertrag zieht KI die wichtigsten Angaben in eine Tabelle: Parteien, Laufzeit, Kündigung, Exklusivität, Haftung und die Klausel zum Wechsel des Eigentümers (Change of Control). Eine Frage lässt sich dann an alle Verträge zugleich stellen, etwa: «Welche Verträge darf die Gegenpartei kündigen, wenn das Unternehmen verkauft wird?» Welche Klauseln dabei zählen, zeigt die Legal Due Diligence.

Finanzanalyse

Umsatz, EBITDA und Schulden liest KI direkt aus Jahresrechnungen und Zwischenabschlüssen, über mehrere Jahre und für jede Gesellschaft einer Gruppe. Sie rechnet Kennzahlen nach, zeigt auffällige Positionen und legt die Planung neben die Vergangenheit und die Verträge. Welche Bereinigungen am Ende gelten und welcher Preis daraus folgt, bleibt eine Frage der Beurteilung und der Verhandlung. Mehr zu den Zahlen in der Financial Due Diligence, zu den Steuern in der Tax Due Diligence.

Entwürfe schreiben

Teaser, Information Memorandum, Anforderungsliste, Fragen an den Verkäufer, Gesprächsnotizen, der Due-Diligence-Bericht und erste Fassungen von Klauseln für den Kaufvertrag: Von all dem schreibt KI schnell einen Entwurf. Mehr als ein Ausgangspunkt ist er nicht. Jede Zahl und jede Zusage muss gegen die Unterlagen geprüft werden, und eine Vertragsklausel muss zum anwendbaren Recht und zum Deal passen.

Nach dem Closing

In der Integration nach dem Vollzug (Post-Merger-Integration) hilft KI, die übernommenen Verträge auszuwerten: welche verlängert, gekündigt oder neu verhandelt werden müssen und welche Fristen laufen. Auch die Pflichten aus dem Kaufvertrag lassen sich so verfolgen, etwa die Fristen für Garantien oder die Kennzahlen eines Earn-outs. Liegen die Unterlagen aus der Due Diligence geordnet vor, muss sie niemand ein zweites Mal zusammensuchen.

Wo stösst KI im M&A an Grenzen?

Sprachmodelle erfinden manchmal Aussagen, die plausibel klingen, aber in keiner Unterlage stehen. Im Deal ist das gefährlich, denn auf diesen Aussagen stehen Kaufpreis, Garantien und Haftung. Eine KI kennt ausserdem nur, was man ihr gibt. Gespräche mit dem Management, die Stimmung im Team, die Lage im Markt und die Absichten der Gegenseite stehen in keinem Dokument.

Die Fragen, an denen ein Deal hängt, beantwortet keine Maschine: ob ein Unternehmen zur eigenen Strategie passt, welches Risiko man zu welchem Preis trägt und wo man in der Verhandlung nachgibt. Die Verantwortung für Bericht, Bewertung und Vertrag bleibt bei Käufer, Verkäufer und ihren Beratern.

Worauf achten Sie beim Einsatz von KI im Deal?

Datenort

Unterlagen aus einem Deal enthalten Geschäftsgeheimnisse und Personendaten. Fragen Sie, wo Datenbank und Dateien liegen, wo die KI rechnet und welche Unterauftragnehmer der Anbieter einsetzt, und lassen Sie sich vertraglich zusichern, dass Ihre Unterlagen keine KI-Modelle trainieren. In der Schweiz gilt das Datenschutzgesetz (DSG), in Deutschland und Österreich die DSGVO. Wer einem Berufsgeheimnis untersteht, etwa als Anwältin oder Anwalt, hat weitere Pflichten.

Vertraulichkeit

Fast jeder Deal beginnt mit einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA). Prüfen Sie, ob sie erlaubt, Unterlagen an Dienstleister weiterzugeben, und unter welchen Bedingungen; dasselbe gilt für den Mandatsvertrag mit Ihrem Auftraggeber. Unterlagen aus einem Deal gehören nicht in frei zugängliche KI-Dienste, bei denen offen ist, was mit den Eingaben geschieht. Werden die Aktien eines Beteiligten an der Börse gehandelt, kommen die Regeln zu Insiderinformationen dazu.

Ein Beleg für jede Aussage

Eine KI-Aussage ist im Deal so viel wert wie ihr Beleg. Verlangen Sie, dass jede Aussage zur Fundstelle im Dokument führt und Sie den Satz im Original nachlesen können. Eine Zahl ohne Quelle lässt sich nicht prüfen, und was sich nicht prüfen lässt, gehört weder in einen Bericht noch in einen Kaufvertrag.

Wie setzt majiq KI im Deal ein?

majiq ist eine Due-Diligence-Plattform mit KI aus der Schweiz: Datenraum, Analyse und Bericht an einem Ort. majiq liest jede Unterlage im Datenraum, prüft sie im Zusammenhang und schreibt den Due-Diligence-Bericht. Jeder Befund trägt einen Beleg aus Ihren Unterlagen und wird von zwei KI-Prüfern gegengeprüft. Der KI-Assistent im Mandat legt Befunde an, fordert Unterlagen nach und entwirft E-Mails, jede Aufgabe erst nach Ihrer Bestätigung.

Datenbank und Dateien liegen in der Schweiz, das Hosting steht in Zürich. Texterkennung und KI-Analyse laufen in der EU, und Ihre Unterlagen trainieren keine KI-Modelle, das ist vertraglich geregelt. Wie ein Bericht aussieht, zeigt der Muster-Report, alle Funktionen stehen unter Features.

Häufige Fragen

Ersetzt KI den M&A-Berater?

Nein. KI nimmt Lese- und Schreibarbeit ab. Käufer ansprechen, Vertrauen aufbauen, verhandeln und die Verantwortung für Bericht und Vertrag tragen bleiben Aufgaben der Menschen im Deal.

Darf ich Unterlagen aus einem Deal in einen öffentlichen KI-Chat laden?

Nur, wenn Vertraulichkeitsvereinbarung, Mandatsvertrag und Datenschutz es erlauben. Bei frei zugänglichen Diensten hängt es oft von Tarif und Einstellungen ab, ob Eingaben gespeichert und zum Training genutzt werden. Für Unterlagen aus einem Deal braucht es einen Anbieter mit bekanntem Datenort, einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und vertraglich ausgeschlossenem Training.

Kann KI ein Unternehmen bewerten?

KI kann Zahlen aus den Abschlüssen lesen, nachrechnen und eine Bewertung vorbereiten, etwa mit Vergleichswerten oder einer Planungsrechnung. Der Wert hängt aber von Annahmen über die Zukunft ab, und den Preis bestimmt die Verhandlung. Diese Einschätzung bleibt bei Käufer, Verkäufer und ihren Beratern.

Welche KI-Werkzeuge gibt es für M&A?

Grob vier Arten: Werkzeuge für die Suche nach Unternehmen, Datenräume mit KI-Funktionen, Werkzeuge für die Prüfung von Verträgen und Plattformen, die Datenraum, Analyse und Bericht verbinden. Welche passt, hängt davon ab, welche Phase des Deals Sie entlasten wollen.

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Stand: 5. November 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.